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Was ist das?

Achtsamkeit ist gesellschaftsfähig geworden, und das ist gut so, weil sie die Grundlage für eine gesündere und intelligentere Lebensweise ist.  Gleichzeitig sorgt der inflationäre Gebrauch dieses Trendworts für Verwirrung und ist oft irreführend. 

Achtsamkeit ist nicht:

  • ein Wohlfühltrend und Allheilmittel, mit dem auf Knopfdruck alles auf immer und ewig nur noch „Friede, Freude, Eierkuchen“ ist
  • positives Denken / Schönreden der Wirklichkeit / Realitätsflucht
  • autogenes Training
  • eine Religion / Sekte / Glaubensrichtung
  • Esoterik / New Age
  • eine Psychotherapie oder ein Ersatz dafür
  • ausschließlich für Buddhisten / Räucherstäbchenliebhaber(innen) / vegane Bio-Fair-Trade-Schokoladenkäufer(innen)  

Einfach ausgedrückt ist Achtsamkeit Aufmerksamkeit. Diese ist bewusst gewählt, freundlich, neugierig und offen für alles, was gerade da ist, ohne damit zu kämpfen.

Im Detail ist diese Art von Aufmerksamkeit

  • bewusst – Wir entscheiden uns bewusst dazu, aufmerksam zu sein.
  • steuerbar – Wir können uns aussuchen, worauf wir unsere Aufmerksamkeit bewusst lenken.
  • offen und neugierig – Wir beobachten Körperempfindungen, Gedanken und/oder Gefühle, die sich von einem Moment zum nächsten zeigen, da sie ohnehin da sind.
  • nicht bewertend – Wir nehmen diese Erfahrungen einfach nur wahr und lassen sie so sein, wie sie gerade sind – ohne sie als positiv oder negativ zu bewerten.
  • freundlich – Wir tun all dies auf eine freundliche Art und Weise.

 

 

Was bringt das?

Mit Achtsamkeit lebst du wacher, selbstbestimmter und gelassener. Du wirst es merken; die anderen werden es merken . . . und sie werden dich fragen, was du anders machst als früher.

 

Wissenschaftliche Studien und Teilnehmende von Achtsamkeitskursen berichten immer wieder von diesen positiven Auswirkungen :

  • Wachheit, Lebendigkeit
  • Ruhe, Gelassenheit, Ausgeglichenheit
  • Entschleunigung, Ent-Spannung
  • Klarheit, Konzentration
  • Produktivität, Kreativität
  • Zufriedenheit, Dankbarkeit
  • neue Perspektiven, Denk- und Handlungsspielräume
  • Selbstbestimmung und Selbstverantwortung
  • weniger Selbstkritik, mehr Selbstakzeptanz
  • Senkung des Blutdrucks
  • Stärkung des Immunsystems
  • Steigerung der Widerstandsfähigkeit („Resilienz“)
  • Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens
  • Burnout-Prävention

„Das Leben ist kein Ponyhof“ – ein Auf und Ab ist der normale Gang der Dinge. Das kennen wir alle. Wem nützt demnach nicht mehr Wachheit und Gelassenheit in allen Lebenslagen – egal ob in guten oder schlechten Zeiten? Nach körperlicher Gesundheit ist Achtsamkeit die Grundlage für alles andere in unserem Leben. So kannst du Schwieriges leichter  meistern und Angenehmes bewusster erleben und genießen. Achtsamkeit ist für alle, die ihre allgemeine Lebensqualität steigern möchten und voll im Leben stehen wollen – mit allem, was es zu bieten hat.

Einen besonderen Stellenwert nimmt hier MBSR ein – ein Programm für  Menschen mit akutem Stress, die diesen reduzieren wollen und einen gesünderen Umgang mit Stresssituationen suchen (siehe: Stress).

 

 

Wie funktioniert das?

Unsere subjektiv wahrgenommene Realität ist immer dort, wo sich unsere Aufmerksamkeit befindet. Im Alltag sind wir meistens im Autopilotmodus und funktionieren nach oft unbewussten Gewohnheiten – mentale, emotionale und Verhaltensmuster, die wir in unserem bisherigen Leben gelernt haben. Viele dieser Muster sind durchaus nützlich und helfen uns, ein Leben gemäß unseren Wünschen zu gestalten. Einige andere andere sind es jedoch nicht, z.B.

  • überholte Muster aus der Kindheit
  • automatische impulsive Reaktionen
  • viele Dinge unnötigerweise (zu) persönlich nehmen
  • unnütze Grübeleien oder Sorgen(„Kopfkino“)
  • Stress erzeugende Gedanken / Handlungen
  • u.v.m.

Durch Achtsamkeit lernen wir, in diesen Momenten innezuhalten anstatt (wie sonst) blind zu reagieren und die Dinge unwissentlich zu verschlimmern. In dieser kurzen Pause zwischen Reiz und Reaktion erhalten wir eine Wahlmöglichkeit, bewusst anders zu handeln, d.h. auf eine „gesündere“ bzw. hilfreichere Weise.

Außerdem lässt sich bei den Achtsamkeitsübungen beobachten, dass Körperempfindungen, Gedanken und Gefühle – egal, wie echt und wichtig sie in einem gegebenen Moment erscheinen – fortwährend kommen und gehen, sodass wir sie nicht jedes Mal todernst nehmen und jedem Impuls folgen müssen; wir können, aber müssen nicht. Aus einer unbewussten und automatischen Reaktionen wird immer mehr eine bewusste Aktion. Somit entsteht eine gelassenere Haltung.

Praktisch ausgedrückt besteht der Nutzen der Achtsamkeit darin, im Mindestfall Schadensbegrenzung zu betreiben und eine weitere Negativspirale zu vermeiden; im günstigeren Fall verhilft sie dazu, unsere Lebensqualität insgesamt zu steigern, indem wir nicht mehr blind und unbewusst auf die Umwelt reagieren und die Dinge einfach als gegeben hinnehmen sondern bewusst(er) erleben (z.B. Essen schlingen vs. langsamer und bewusster genießen). Durch Achtsamkeit werden wir wacher und gelassener.

Mit mehr Bewusstheit erkennen wir, dass wir als Subjekt selbst maßgeblich an der Gestaltung unserer Wirklichkeit beteiligt sind. Diese Selbstbestimmung eröffnet ungeahnte Handlungsspielräume. Wir lernen außerdem, dass es möglich ist, die Dinge in der Außenwelt auf eine andere, für uns hilfreichere Art und Weise, zu sehen. Die Welt bleibt so, wie sie ist, aber unser Blick darauf ändert sich durch die neu hinzu gewonnene Perspektive.

 

Achtsamkeit ist weder ein Zauber- noch ein Allheilmittel – es geht auch ohne  – die meisten Menschen leben so.

Aber mit Achtsamkeit ist das Leben bewusster, leichter, lebenswerter.

Punkt.

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